Ray Sneaks into Mainstream Media (in Germany)

It appears that Ray’s recent interview with Deutsche Welle (see: https://raymcgovern.com/2018/04/09/deutsche-welle-the-german-bbc-revisits-the-staged-toppling-of-statue-of-saddam-three-weeks-after-the-attack-on-iraq/ )
has made Ray respectable, to the point of allowing other mainstream outlets to quote Ray as a source.  Such is the encouraging word from German friends.

Meanwhile, the able translators for NachDenkSeiten, Germany’s popular progressive website, thought Ray’s piece on “the crazies” and John Bolton (see: https://raymcgovern.com/2018/04/05/coming-attraction-lunatic-loose-in-west-wing/ ) urgent enough to translate and post it in record time.  (See:  https://www.nachdenkseiten.de/?p=43363:
Die kommende Attraktion: Der Irre ist los im Westflügel )
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For those who read German, the full text of the original text of the Deutsche Welle article (See:
http://www.dw.com/de/irak-krieg-am-anfang-stand-die-l%C3%BCge/a-43279424 ) is posted below, under the title — sort of borrowed from John the evangelist — “In the beginning was the … LIE.”
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Irak-Krieg: Am Anfang stand die Lüge

Vor 15 Jahren stürzten US-Soldaten in Bagdad die Statue Saddam Husseins. Heute wissen wir: Dieser Krieg hat Hunderttausende Opfer gekostet, den Mittleren Osten ins Chaos gestürzt – und war auf Lügen gebaut.

Knapp drei Wochen dauerte es, bis nach dem Beginn der von den USA geführten Invasion im Irak in Bagdad und weltweit auf Millionen Bildschirmen die Statue Saddam Husseins gestürzt wurde. Das Bild vom 9. April 2003 ging ins kollektive Gedächtnis der Menschheit ein. Doch selbst 15 Jahre danach gibt es noch immer viele offene Fragen. Ungeklärt ist beispielsweise, wie viele Todesopfer der Irak-Krieg und das auf ihn folgende Chaos unter der einheimischen Bevölkerung genau gefordert hat.

Die meisten Schätzungen schwanken zwischen 150.000 und einer halben Million Toten. Manche seriöse Untersuchung kommt sogar auf deutlich höhere Zahlen: Das angesehene Medizinfachblatt “Lancet” errechnete schon 2006 die Zahl von über 650.000 “zusätzlichen Todesfällen”. Da wurden neben der blanken Gewalt auch die Folgen der zerbombten Infrastruktur und des zerstörten Gesundheitswesen berücksichtigt.

Was man allerdings genau weiß: Die Begründungen für diesen Waffengang wurden auf Lügen gebaut. Es gibt noch ein zweites Bild zum Irak-Krieg, das zum kollektiven Gedächtnis gehört: Das von US-Außenminister Colin Powell bei seiner Rede vor dem Weltsicherheitsrat der UN am 5. Februar 2003. Sechs Wochen vor Kriegsbeginn stimmte Powell 76 Minuten lang die Weltöffentlichkeit auf den Krieg ein. Zentraler Inhalt seiner Rede: Saddam Hussein sei im Besitz von biologischen und chemischen Massenvernichtungswaffen; sein Regime unterstütze den internationalen Terrorismus und strebe den Bau von Atomwaffen an.

“Mobile Chemiewaffenlabore”

Die Präsentation gipfelte in einer von detaillierten Illustrationen unterstützten Behauptung: Um den extrem strengen Kontrollen der UN-Waffeninspekteure zu entgehen, habe der Irak eine Flotte von Lastwagen zu rollenden Chemie- und Biowaffenlaboren umgebaut. Powells Rede ist vor allem aus einem Grund im Gedächtnis geblieben: All diese Behauptungen stellten sich als falsch heraus. Powell selbst bezeichnete 2005 diese Rede als Schandfleck seiner Karriere.

Ray McGovern ist ein Veteran im Geheimdienstgeschäft. 27 Jahre lang hat er für die CIA gearbeitet, auch in herausgehobenen Positionen. 2003 gründete er mit Kollegen auch aus anderen Geheimdiensten die “Veteran Intelligence Professionals for Sanity”, VIPS, die sich kritisch mit der US-Politik auseinandersetzen. Das Urteil des heute 78-Jährigen gegenüber der DW: “Die Geheimdienstinformationen waren nicht einfach fehlerhaft, sie waren gefälscht.” Wesentlichen Anteil an der Präsentation Powells hatten Geheimdienstinformationen aus Deutschland.

Deckname Curveball

1999 war der irakische Chemiker Rafed Ahmed Alwan als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Der BND wird auf ihn aufmerksam, verhört ihn. Die deutschen Geheimdienstler erhoffen sich Informationen über Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen. Alwan – geführt unter dem Decknamen “Curveball” – erkennt: Je mehr Informationen er liefert, desto besser sein Status: Er bekommt den deutschen Pass; es gibt Geld, eine eigene Wohnung.

Das läuft so lange, bis der BND den ehemaligen Chef Alwans aufspürt. Der zerpflückt die Lügengespinste. Darüber unterrichten die deutschen Geheimdienstler auch ihre amerikanischen Partner. Trotzdem erwacht nach den Anschlägen vom 11. 9. 2001 das Interesse an “Curveball” erneut. Die Tageszeitung “Die Welt” berichtete im August 2011 unter Berufung auf den früherem BND-Präsidenten August Hanning, die Amerikaner hätten von den Deutschen 2001 eine verbindliche Erklärung verlangt, die Aussagen von “Curveball” seien korrekt. Hanning weigert sich und schreibt an CIA-Chef George Tenet: “Dass bisher kein Dritter ähnliche Angaben wie unsere Quelle geliefert hat und diese Erkenntnisse deshalb nicht als verifiziert gelten können.”

Trotz weiterer, deutlicher Warnungen am Wahrheitsgehalt von “Curveballs” Aussagen, werden sie das Herzstück von Powells Werbung für den Krieg.  Ray McGovern ist sich sicher: “Es war ihnen egal, ob Curveball wusste, wovon er redete. Sie hatten etwas, mit dem sie an die Öffentlichkeit gehen konnten. Etwas, das sie den kreativen und professionellen Leuten in der Grafik-Abteilung der CIA geben konnten. Und die konnten dann die nicht-existierenden mobilen Chemiewaffen-Labore zeichnen, die Powell in seiner Präsentation verwendet hat.”

Ignorierte Warnungen

Eine Darstellung, die 2011 der damalige Europa-Chef der CIA, Tyler Drumheller gegenüber dem britischen Guardian bestätigte. Er sei lange vor 2003 von seinen Partnern beim BND gewarnt worden, die Aussagen von “Curveball” seien nicht zuverlässig. Diese Warnungen habe er mehrfach an CIA-Chef George Tenet weiter gegeben – “noch bis zur Nacht von Powells Rede”, so Drumheller gegenüber dem Guardian.

Die Administration des 43. US-Präsidenten George W. Bush wollte den Krieg. Die Grundlage für die US-Invasion wurde schon lange vor dem 11. September 2001 gelegt, erläutert der ehemalige EU-Außenbeauftragte und frühere Nato-Generalsekretär Javier Solana anlässlich des 15. Jahrestags des Kriegs-Beginns in einem Meinungsbeitrag für Project Syndicate  – obwohl sie als  Teil des “Krieges gegen den Terror” verkauft worden war. Solana erinnert daran, dass George W. Bush bereits kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten im Jahr 2000 den Irak zu einem seiner beiden Schwerpunkte in der Sicherheitspolitik gemacht hatte.

England zweifelt – folgenlos

Frühzeitig wurden auch die britischen Verbündeten auf Linie gebracht. Im Mai 2005 berichtete die “Sunday Times of London” über den Inhalt eines streng geheimen Memos. Gegenstand: ein Treffen zum Thema Irak beim damaligen britischen Premierminister Tony Blair vom 23. Juli 2002. Mit dabei unter anderem: Außenminister Jack Straw, Verteidigungsminister Geoff Hoon, Generalstaatsanwalt Lord Goldsmith und auch der Chef des Auslandsgeheimdienstes MI6, Sir Richard Dearlove, in dem Memo traditionell mit “C” bezeichnet.

Dearlove berichtet von einem Treffen in Washington mit CIA-Chef Tenet kurz zuvor: “Militärisches Eingreifen gilt jetzt als unumgänglich. Bush will Saddam mit einem Militärschlag entfernen, gerechtfertigt durch die Verbindung von Terrorismus und Massenvernichtungswaffen. Aber die Geheimdiensterkenntnisse und die Tatsachen werden um die Politik herum arrangiert.” Außenminister Straw wendet – zu Recht  – ein: “Die Beweislage ist dünn. Saddam bedroht keinen seiner Nachbarn und seine Massenvernichtungsfähigkeiten sind geringer als die Libyens, Nord-Koreas oder des Iran.”

Und von Generalstaatsanwalt Goldsmith ist die Bemerkung aktenkundig, “der Wunsch nach Regimewechsel ist keine rechtliche Grundlage für einen Militäreinsatz.” Diese Bedenken halten Blair allerdings nicht davon ab, im Interesse der “besonderen Beziehungen” zu den USA mit in diesen Krieg zu ziehen.

Deutschlands Beteiligung – trotz Schröders “Nein”

Ein Krieg, der nach Einschätzung des Kölner Völkerrechtlers Björn Schiffbauer “eine völkerrechtswidrige Gewalt-Handlung war, ein völkerrechtswidriger Krieg der USA mit ihren Verbündeten”. Ein Krieg, an dem auch Deutschland – zumindest indirekt – beteiligt war. Zwar hatte Deutschland offiziell den USA im Irak-Krieg die Gefolgschaft verweigert. Zwar hatte der damalige Kanzler Gerhard Schröder auch wegen seines “Nein zum Irak-Krieg” die Bundestagswahlen 2002 gewonnen.

Und doch, erinnert sich der frühere Bundeswehr-Major Florian Pfaff gegenüber der DW, habe sich die Bundeswehr massiv am Irak-Krieg beteiligt: “Die Bundeswehr hat zum Beispiel die Awacs bestückt, hat die US-Kasernen bewacht, damit die US-Soldaten freigesetzt werden für den Krieg. Sie hat logistische Hilfe geleistet, das geht von bereitgestellten Socken bis zum Bomben.”

Major Pfaff arbeitete Anfang 2003 als IT-Spezialist. Bei einem völkerrechtwidrigen Angriffskrieg will er nicht mitmachen. Gegenüber seinen Vorgesetzten kündigt er an: “Ich werde jetzt alle Befehle prüfen und wenn ich dabei feststelle, dass ich doch am Krieg beteiligt bin, dann werde ich diese betreffenden Befehle nicht ausführen.” Als Reaktion schickten ihn seine Vorgesetzten eine Woche in die Psychiatrie.

Pfaff im DW-Interview: “Das kannte ich vorher gerüchteweise aus dem Kommunismus, dass man in die Psychiatrie eingeliefert wird. Dort hat man zum Glück festgestellt: Ich bin kerngesund.” Die offiziell gar nicht am Irak-Krieg beteiligte Bundeswehr übt massiven Druck aus, schaltet den Staatsanwalt ein. 2005 stellt allerdings das Bundesverwaltungsgericht Leipzig fest: Pfaff hat das Recht, die Unterstützung zu einem Krieg zu verweigern, den er aus sehr nachvollziehbaren Gründen für völkerrechtswidrig hält – und damit für illegal.

Deutsche Welle (the “German BBC”) Revisits the Staged Toppling of Statue of Saddam Three Weeks After the Attack on Iraq

 

April 9, 2018
http://www.dw.com/en/the-iraq-war-in-the-beginning-was-the-lie/a-43301338

Deutsche Welle interviewed Ray.  Its report was distributed in many languages. The above link is to part of the English version (excerpts of which are below).  The link to the full German version is:
http://p.dw.com/p/2vaxE .

The Iraq War: In the beginning was the lie

On April 9, 2003, US soldiers toppled the statue of Saddam Hussein in Baghdad. Fifteen years later we know that this war cost hundreds of thousands of lives, plunged the Middle East into chaos — and was based on lies. …

Ray McGovern is a security services veteran. He worked for the CIA for 27 years, and held senior positions within it. In 2003, he and some colleagues from the CIA and other intelligence services founded the organization Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), which critically examines US policy. McGovern told DW, “The intelligence was not mistaken; it was fraudulent — and they knew it.” And a significant part of Powell’s presentation was based on intelligence provided by Germany. …

Despite other, more explicit warnings about the veracity of Curveball’s testimony [about mobile bio-weapons labs in Iraq], it became the centerpiece of Powell’s war propaganda. Ray McGovern is certain: “They didn’t care whether Curveball knew what he was talking about. What they had was something they could put on the record, that they could give to these very imaginative and very professional graphics people working for the CIA, and they in turn could render drawings of these nonexistent mobile chemical weapons labs, which of course they did and which Colin Powell featured during his speech.”

How Do You Tell the Kids that Grandma is in Jail for Resisting Nuclear Weapons?

By Frida Berrigan, April 7, 2018
https://www.commondreams.org/views/2018/04/07/how-do-you-tell-kids-grandma-jail-resisting-nuclear-weapons

Seven Friends of Ray have been arrested for a Plowshares action, witnessing against Trident nuclear-missile submarines at King’s Bay Naval Base, Georgia.  Phil Berrigan’s daughter Frida ponders how to explain to her little children what Grandma did, why she did it, and why she is in jail.  “Good for her,” says 5 year-old Seamus.

Welcome to Vietnam, Mr. President (from the archives)

By Ray McGovern, March 28, 2009 (from the archives)
https://consortiumnews.com/2018/04/07/welcome-to-vietnam-mr-president-3/

As President Trump faces strong opposition from generals, war profiteers, “mainstream media,” and — not least — Israel to pulling U.S. troops out of Syria, here’s a look back to a similar fix another president had gotten himself into — and how he lacked the courage to act as if he were the actual commander in chief.

50 years after Dr. King’s assassination: Ray on White Supremacy (from the archive)

White Supremacy and Military Bases: a Short Talk by Ray on “The White Man’s Burden” — the bloody burden on people of color, and other “others” like the young Palestinian woman, Ahed Tamimi — that is.
https://raymcgovern.com/2018/01/18/white-supremacy-and-military-bases-a-short-talk-by-ray-on-the-white-mans-burden-the-bloody-burden-on-people-of-color-and-other-others-like-the-young-palestin/
January 14, 2018 (17 minutes)

As Assange Remains Isolated, Real-Time Heroes Stand In Solidarity Vigil Outside Embassy

https://disobedientmedia.com/2018/04/as-assange-remains-isolated-real-time-heroes-stand-in-solidarity-outside-embassy/
By Elizabeth Vos, April 3, 2018

Long-time activist and organizer Ciaron O’Reilly and others have been keeping vigil outside the Ecuadorian embassy in London ever since Julian Assange sought political asylum there more than seven years ago.  Elizabeth Vos, Editor-in-Chief of Disobedient Media, recently interviewed O’Reilly, who explained:

“In Catholic tradition “to vigil ” is to stay awake. Sometimes to danger as society slumbers. In this case in solidarity with someone under threat — Julian Assange.”

O’Reilly is a member of the Catholic Worker movement founded by Dorothy Day. He told Vos that he was mentored by non-violent, anti-war priests Daniel and Philip Berrigan and, on the eve of the first Gulf War, was jailed for 13 months for disabling a B52 Bomber at an Air Force Base in upstate New York. A decade later he and four others disabled a U.S. Navy aircraft at Shannon Airport before it could fly off to bomb Iraq. “We were charged with $2.5 million criminal damage and were put on trial three times in Dublin and found not guilty unanimously by an Irish jury.

“In 2010 I co-founded a Catholic Worker house for homeless refugees in London. Julian Assange was arrested in London in December 2010, and I attended his first and all other court appearances. Along with my godson, a SAS special forces veteran of the Iraq War, I got the gig of getting Julian in and out of court safely and securely.

O’Reilly described some of the loyal activists who regularly vigil outside the Ecuadorian embassy:

“The embassy solidarity vigil is primarily sustained by a Chilean woman who survived the Pinochet coup, an Irish activist, a Colombian who survived being shot by a death squad, another Colombian torture survivor, and a Greek activist.”

Elizabeth Vos’s entire article is worth a read.